Perspektive einer Darstellung
Die Perspektive ist eine Lehre, die erklärt, was man sieht. Mit
ihrer Hilfe lassen sich Dinge präziser darstellen.
Ein paar Begriffe:
Augenhöhe: die Ebene in Sichthöhe. Ist horizontal, entspricht aber
nicht dem Horizont, da der Standpunkt höher oder tiefer liegen kann als die Umgebung.
Fluchtpunkt: der gedachte Punkt, an dem alle "in den Raum hineingehenden" Linien des Bildes
sich vereinigen. Der Fluchtpunkt bestimmt die Verzerrung der Gegenstände im Raum sowie das Ausmaß
der optischen Verkürzung.
Optische Verkürzung: Im Winkel zum Fluchtpunkt oder Blickwinkel erscheinen Längen im dreidimensionalen Raum kürzer, als sie tatsächlich sind, je enger dieser Winkel ist. Dies kann man mit komplizierten Formeln berechnen, allerdings ist dies nicht notwendig. Beobachtung und Übung, um die korrekte optische Verkürzung darzustellen, sind erforderlich sowie eine
gehörige Portion Gefühl.
Primitive Formen: Kreise, Rechtecke, Dreiecke, Rauten, Würfel, Zylinder, Pyramiden ... kurzum alle unkomplizierten
Objekte aus der Geometrie. Man verwendet sie, um komplexe Objekte im dreidimensionalen Raum zu positionieren und
zu verzerren.
Drei Grundregeln, um Verzerrung korrekt wiederzugeben:
1. Gegenstände, die man frontal betrachtet, haben eine korrekte
Höhe und Breite, aber eine verkürzte Tiefe.
2. Gegenstände, die an einer Ecke betrachtet werden, haben eine
korrekte Höhe, aber eine verkürzte Breite und Tiefe.
3. Gegenstände, die aus der Nähe betrachtet werden, weisen in
allen drei Dimensionen Verzerrungen auf.
Praktisches:
Um ein Bild mit einem Fluchtpunkt zu malen, stelle man sich einen unendlichen Raum vor, der sich in das
Blatt Papier erstreckt, das bemalt werden soll. Nun gebe man diesem Raum einen Horizont, am besten mit einem Lineal.
Anschliessend setzt man den gewünschten Fluchtpunkt, der unter dem Horizont oder auch darüber liegen kann. Der Fluchtpunkt
bestimmt fortan die Ausrichtung aller VERTIKALEN Linien, die in dem Bild vorkommen, sowie das Ausmaß der Verzerrung der Objekte. Um eine vertikale Linie im Verhältnis zum Fluchtpunkt zu zeichnen, legt man einfach das Lineal am Fluchtpunkt an und führt es zur gewünschten Stelle. So erhält man eine Linie in der korrekten Neigung und Verkürzung.
Man kann dies auch mit anderen Objekten (Menschen, Tiere) durchführen, indem man sie zuerst in primitive Formen auflöst und dann aus den primitiven Formen die eigentliche Gestalt nach und nach herausarbeitet.
